Anlässlich des EU-Bio-Tages am 23. September 2026 gab die Europäische Kommission in Brüssel die Gewinner der fünften EU Organic Awards bekannt. Der dänische Schweineerzeuger, Bio-Landwirt und Vorsitzende der Bio-Sektion des dänischen Fachverbandes für Ernährung- und Landwirtschaft Hans Erik Jørgensen wurde als Europas bester Bio-Landwirt ausgezeichnet. Die Auszeichnung erhielt er von der IFOAM-Präsidentin Dora Drexler*. Jørgensen ist einer von 25 Bio-Schweinehaltern in Dänemark.
Gemeinsam mit seiner Frau Kirsten Rasmussen bewirtschaftet Hans Erik Jørgensen seit 19 Jahren den 350 Hektar großen Bio-Mischbetrieb Risbjerg auf der Insel Fünen. Auf dem Betrieb werden Schweine, Rinder und Legehennen gehalten sowie Ackerbau betrieben. Durch die Kombination hoher Tierwohlstandards mit bodenschonenden Bewirtschaftungsmethoden, darunter eine Freilandhaltung von Schweinen, vielfältige Fruchtfolgen und reduzierte Bodenbearbeitung, beteiligt sich Risbjerg an mehr als 50 Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Dadurch wird Wissen vermittelt und nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken gefördert. Auf dem Betrieb werden 250 Freiland-Sauen und 6.000 Mastschweine gehalten.
„Zu wissen, dass unsere Arbeit wahrgenommen wird, ist einfach wunderbar und eine große Anerkennung“, sagt Jørgensen. „Es ist wirklich ein Schulterklopfen, zu wissen, dass auch einflussreiche Menschen in Brüssel den Wert unserer Bemühungen um Tierwohl, Bodengesundheit, vielfältige Fruchtfolgen und all die anderen Dinge erkennen, an denen wir auf Risbjerg jeden Tag hart arbeiten“, so der Landwirt.
Aus ganz Europa
In diesem Jahr gingen mehr als 120 Bewerbungen aus der gesamten EU ein, und 21 Kandidatinnen und Kandidaten aus 12 Ländern wurden für die Endrunde ausgewählt. Die Auszeichnung als Europas beste Bio-Landwirtin erhielt Kay O’Sullivan aus Irland. Ihr Preis wurde von Søren Søndergaard, Vorsitzender des Dänischen Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft und Vizepräsident von dem europäischen Dachverband und die Interessevertretung für Landwirtinnen und Landwirte, COPA, überreicht.
„Jede und jeder der diesjährigen Preisträger zeigt auf unterschiedliche Weise, wie der ökologische Landbau auf die Herausforderungen reagieren kann, vor denen die europäische Landwirtschaft steht. Die Zukunft des ökologischen Landbaus sollte sich an den Menschen orientieren, die ihn in der Praxis umsetzen. Landwirtinnen und Landwirte müssen die Werkzeuge, Marktchancen und die nötige regulatorische Sicherheit erhalten, um widerstandsfähig sowie wettbewerbsfähig zu bleiben und gleichzeitig die Ziele der ökologischen Produktion weiter zu verfolgen. Copa-Cogeca, der Dachverband der Landwirtschaft in der Europäischen Union, ist stolz darauf, diese Leistungen durch die EU Organic Awards erneut zu würdigen“, sagt Søren Søndergaard.
Das dänische Bio-Schwein
In Dänemark ferkeln Bio-Sauen in Hütten auf der Weide. Die Nester werden aus Stroh gebaut und die Sau bleibt bei ihren Ferkeln, bis diese mindestens sieben Wochen alt sind. Im Sommer müssen die Sauen Zugang zu Suhlen haben, in denen sie sich im Schlamm abkühlen können.
Nach dem Absetzen werden die Ferkel in Stallanlagen umgestallt, in denen sie viel Platz, reichlich Stroh und Zugang zu einem Auslauf im Freien haben. Bio-Mastschweinen muss mehr als dreimal so viel Platz zur Verfügung stehen wie gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Tiere erhalten ökologisch erzeugtes Futter, das ihre Verdauung unterstützt und sie beschäftigt. Das Kupieren der Schwänze sowie das Abschleifen oder Kürzen der Zähne ist nicht erlaubt.
* IFOAM ist die Abkürzung für International Federation of Organic Agriculture Movements. Die Organisation trägt heute offiziell den Namen IFOAM – Organics International.
Hans Erik Jørgensen, Photo: Helle A. Christensen