Einen entscheidenden Anteil daran haben die dänische Landwirtschaft und vor allem der Schweinesektor. 

Die Gasspeicher in Deutschland sind nicht ausreichend gefüllt. Aktuell liegen die Füllstände mit etwa 50 Prozent deutlich unter den Niveaus der Vorjahre. Deshalb warnen die Verbraucherschützer im Land mit Blick auf die kommende Heizsaison vor steigenden Gaspreisen. In Dänemark gibt es diesbezüglich überhaupt keine Probleme. Ganz im Gegenteil. Wie die dänische Agrarzeitung Landbrugsavisen kürzlich berichtet, erreicht die Biogasproduktion im Königreich erstmals ein Rekordniveau. Im Juli 2026 ist laut dem Dänischen Biogasverband  mit Bezug auf aktuelle Zahlen von Energinet, dem nationalen Netzbetreiber für Gas und Strom, die Biogaserzeugung in Dänemark auf dem gleichen Niveau wie der gesamte Gasverbrauch im Land. Die Biogasproduktion erreichte im Juli dieses Jahres 708 Gigawatt-Stunden. Das ist eine Steigerung von 23 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat. Der Gasverbrauch ist in dem Monat um 7,5 Prozent auf 710 Gigawatt-Stunden gestiegen.

In den ersten sieben Monaten 2026 hat Dänemark 4544 Gigawatt-Stunden Biogas erzeugt. Das sind 3,4 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum  2025. In Zukunft dürfte die Biogasproduktion im Königreich noch weiter zunehmen, denn die Nachfrage von Seiten der Industrie und des Verkehrssektors steigt stetig. „Das historische Ergebnis zeigt, dass Dänemark ein führendes Biogasland ist und dass wir innerhalb weniger Jahre vollständig mit grünem, CO₂-neutralem Gas versorgt werden können. In Zeiten sicherheitspolitischer Unsicherheiten ist hierzulande produziertes Biogas nicht nur gute Klimapolitik, sondern auch ein Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Unabhängigkeit Europas von fossilem Gas“, erklärt Søren Pind, Vorsitzender des Dänischen Biogasverbandes in einer Pressemitteilung. 

Schweinesektor ist ein wichtiger Biogasproduzent

Der dänische Agrarsektor und vor allem die Nutztierhaltung tragen einen erheblichen Anteil hierzu bei. Denn: landwirtschaftliche Biogasanlagen, in denen der Mist von Nutztieren Hauptrohstoff ist, erzeugen mehr als 90 Prozent des dänischen Biogases. Die Schweinehaltung ist eine tragende Säule der dänischen Landwirtschaft. Dort fallen jährlich rund 17,4 Millionen Tonnen Gülle an. Davon werden knapp 4,7 Millionen Tonnen bzw. 27 Prozent in Biogasanlagen verwertet. Insgesamt verwertet die Biogas-Branche bereits rund 40 Prozent des gesamten dänischen Nutztiermists. Das ist weltweit ein Rekordwert. Der dänische Schweinesektor hat sich übrigens ehrgeizige Ziele gesetzt und möchte, dass bis zum Jahr 2030 rund 60 Prozent der Gülle in Biogasanlagen verwertet werden. In denen kommen übrigens auch andere Rohstoffe wie Einstreu und  Lebensmittel- sowie Schlachtabfälle zur Energiegewinnung zum Einsatz. Jährlich werden mehr als 20 Millionen Tonnen Biomasse in dänischen Biogasanlagen verwertet.