Die Ausgleichsregelung ist ein zentraler Bestandteil der Bemühungen der dänischen Schweinebranche, das routinemäßige Kupieren von Schwänzen zu reduzieren und den Anteil der Schweine mit intakten Schwänzen zu erhöhen. Mit der aktuellen Antragsrunde ist die Ausgleichsregelung nun für den kommenden Produktionszeitraum aktiv - und noch mehr Erzeuger bereiten sich auf die Teilnahme vor.
Gemeinsam für intakte Schwänze ist eine freiwillige dänische Brancheninitiative, die auf Erfahrungen aus früheren Pilotprojekten aufbaut und zum Ziel hat, die Produktion von Schweinen mit intakten Schwänzen schrittweise zu steigern. Das Ziel liegt bei 1 Million Schweinen im Jahr 2026. Ursprünglich waren es 2 Millionen im Jahr 2027, doch nun wurde die Zielvorgabe auf 3 Millionen im Jahr 2027 und 4–6 Millionen im Jahr 2028 erhöht. Die Initiative ist in der langfristigen Vision 2050 der Branche verankert und gleichzeitig Teil der politischen Tierschutzvereinbarung „Sammen om Dyrene“ (Gemeinsam für die Tiere).
Ausgleich für dokumentierte Mehrkosten
Die Umstellung auf die Produktion mit intakten Schwänzen verursacht in vielen Beständen zusätzliche Kosten und erfordert Anpassungen im täglichen Betrieb. Aus diesem Grund wurde eine Ausgleichsregelung eingeführt, die nachgewiesene Mehrkosten abdeckt, die über die geltenden gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Dies kann unter anderem verstärkte Überwachung, mehr Platz, zusätzliche Futter- und Tränkeplätze sowie Anpassungen der Lüftungsanlagen umfassen.
Die Entschädigung wird über ein Ausschreibungsverfahren gewährt, bei dem die Erzeuger selbst die erwarteten Kosten für die Aufzucht von Schweinen mit intakten Schwänzen angeben. Auf dieser Grundlage werden Teilnehmer ausgewählt, bis das festgelegte Ziel für die Anzahl der Schweine erreicht ist. Die Regelung gilt jeweils für ein Jahr und sieht laufende Auszahlungen auf der Grundlage der tatsächlichen Produktion vor.
Umverteilungsmodell mit gemeinsamer Finanzierung
Die finanzielle Unterstützung des Projekts wird über ein sogenanntes Umverteilungsmodell gewährt. Das Modell sieht vor, dass alle Schweinehalter in Dänemark einen finanziellen Beitrag in Form einer gemeinsamen Abgabe leisten, die an Svineafgiftsfonden/The Pig Levy Foundation gezahlt wird. Die Mittel daraus werden an die Erzeuger umverteilt, die an der Regelung teilnehmen und die Anforderungen an eine Produktion ohne routinemäßiges Kupieren der Schwänze erfüllen.
Ziel des Umverteilungsmodells ist es, eine gemeinsame finanzielle Grundlage für die Umstellung zu schaffen und gleichzeitig anzuerkennen, dass der Übergang zu unkupierten Schwänzen einen zusätzlichen Aufwand in den Ställen erfordert.
Praktische Erfahrungen aus dänischen Schweinezuchtbetrieben
Mehrere dänische Schweinezüchter sind bereits dabei, die Produktion mit intakten Schwänzen vorzubereiten oder auszuweiten. Die Erfahrungen zeigen, dass die Umstellung eine systematische Vorbereitung, einen Fokus auf das Management und eine kontinuierliche Überwachung des Tierwohls erfordert. Anpassungen bei Futter- und Wasserversorgung, Belüftung und Beschäftigungsmaterialien sind oft Teil der Maßnahmen.
Gleichzeitig wird betont, dass der Übergang zu intakten Schwänzen keine einmalige Maßnahme ist, sondern ein Prozess, bei dem Wissen, Erfahrungen und laufende Anpassungen eine wesentliche Rolle spielen. Genau diesen Prozess sollen die Ausgleichsregelung und das Umverteilungsmodell unterstützen.