Foto: Dänischer Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft

Foto: Dänischer Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft

Futtermittel mit reduzierter Klimawirkung

In der diesjährigen Ausgabe der alljährlichen Futtermitteltests stand – anders als in den Vorjahren – die Produktivität von Futtermitteln mit reduzierter Klimawirkung im Mittelpunkt.

Die dänische Land- & Ernährungswirtschaft will ab 2050 klimaneutral produzieren. Folketinget, das Parlament des Königreichs, hat im Rahmen der Klimaschutzgesetzgebung eine Reduktion der Klimagasemissionen um 70 % bereits ab 2030 beschlossen. Diese Ziele können nur durch intensive Forschung sowie laufende Prüfung aller Parameter der u.a. durch die Schweineproduktion verursachten CO2-Emissionen erreicht werden. In der Schweinebranche werden 70 % der Emissionen durch Futtermittel verursacht.

Schweineproduzenten, die Futtermittel (zu)kaufen, brauchen also Mischungen mit möglichst geringen negativen Auswirkungen auf den Klimawandel. Folglich hat SEGES Innovation die Futtermittelbranche gebeten, Mischungen bereitzustellen, deren Klimawirkung unter dem bisheriger Durchschnittsmischungen, meist aus Getreide und Soja, angesiedelt ist. Vier Anbieter – DLG, Danish Agro, BAT Agrar und Hedegaard – haben entsprechende Vorschläge geliefert, wobei diese Mischungen allerdings noch nicht auf dem Markt sind.

„Wir brauchen Lösungen, die uns auf dem Weg zur Klimaneutralität ein gutes Stück weiterhelfen. Wenn dann mitten im Wahlkampf eine CO2-Abgabe auf Nahrungsmittel vorgeschlagen wird, müssen wir als Schweinebranche zeigen, dass wir gemeinsam mit Innovationspartnern und Universitäten in der Lage sind, entsprechende Lösungen zu liefern“, erklärt Christian Fink Hansen, Leiter des Schweinesektors im Dänischen Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft.

Vier Lösungen mit reduzierter Klimawirkung und vernünftiger Produktivität

Alle vier Unternehmen haben es geschafft, im Vergleich zur traditionell gefütterten Kontrollgruppe (Gerste/Weizen und Soja) bei reduzierter Klimawirkung vernünftige Produktivität zu liefern.

”Die Firmen haben gute und relevante Lösungsvorschläge mit gegenüber Standardmischungen bedeutsam reduzierter Klimawirkung entwickelt. Als Eiweißlieferanten kommen neben alten Bekannten wie Raps, Ackerbohnen, und Erbsen auch Grasproteinprodukte zum Einsatz“, erläutert Tina Sødring Bech Petersen, Sonderberaterin, SEGES Innovation.
Besonders hohe Produktivität, Zuwachsraten und Futtereffizienz bringt die Lösung von Hedegaard, während die anderen drei Vorschläge gegenüber Hedegaard bei der Reduktion der Klimawirkung – um rund 50 % – die Nase vorn haben.

Tina Sødring Bech Petersen: „Wenn man Klimawirkung und Produktivität zusammen betrachtet, erzielen alle vier Unternehmen eine signifikant reduzierte Klimawirkung pro kg Zuwachs, wie der Index von 42 bis 62 belegt. Da die untersuchten Mischungen noch nicht auf dem Markt sind und Zutaten enthalten, deren Preis schwer zu veranschlagen ist, haben wir mit einheitlichen Futtermittelpreisen gerechnet, eventuelle Preisunterschiede also nicht berücksichtigt.”

Aus für Palmöl und Soja

Die zur Verfügung stehenden Rohwaren weisen signifikante Unterschiede in der Klimawirkung auf. Zwei gängige Kandidaten stechen besonders hervor: in erster Linie Soja, aber auch Palmöl. Beim Palmöl haben mehrere Firmen zur Senkung des Klima-Fußabdrucks Versuche mit markant reduziertem Fettgehalt unternommen sowie weniger klimaschädliche Alternativen erprobt.

Die Klimawirkung von Sojaprodukten fällt besonders hoch aus, wenn man den Effekt der ständig zunehmenden Anbauflächen (LUC) berücksichtigt. Durch Reduktion von bzw. Verzicht auf Soja und Palmöl lässt sich der Klima-Fußabdruck von Futtermitteln um 50 % (inkl. LUC) bzw. 20 % (ohne LUC) senken.