Foto: Dänischer Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft

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Eine Branche setzt Maßstäbe

Die dänische Schweinebranche hat klare Vorstellungen, wohin die Reise in Zukunft geht. In den kommenden Jahren stehen die Themen Nachhaltigkeit und Tierwohl absolut im Fokus.

Die dänische Land- & Ernährungswirtschaft hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Ab dem Jahr 2050 will die Branche Nahrungsmittel komplett klimaneutral erzeugen. Seit geraumer Zeit werden deshalb in Dänemark die Weichen entsprechend gestellt. Im vergangenen Jahr ist dort zum Beispiel ein digitales Klimaschutzwerkzeug namens ESGreen-Tool (ESG=Environmental, Social, Governance) an den Start gegangen. Die Software zur Erfassung der Klimawirkung auf Betriebsebene kann in allen Bereichen der konventionellen sowie biologischen Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Landwirte können damit den Fußabdruck ihres Betriebes berechnen und ermitteln, wie sich Änderungen zum Beispiel bei der Fütterung und beim Dünge-Management positiv auf die Klimabilanz auswirken.

Bei der Verringerung von Umweltauswirkungen hat der dänische Schweinesektor in den vergangenen Jahrzehnten bereits viel erreicht. Nach Angaben des Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft konnten die Schweinehalter im Land durch eine Reihe von Maßnahmen die Stickstoff- und Phosphor-Emissionen pro Kilogramm erzeugtem Schweinefleisch seit 1985 um 53 bzw. 56 Prozent verringern. Die Ammoniakverluste hat die Branche sogar um 75 Prozent reduzieren können – und dies alles bei einer deutlichen Steigerung der Fleischerzeugung. Ein Vorreiter ist die dänische Schweineproduktion auch bei der Reduktion des Antibiotikaeinsatzes. Der Grundstein hierfür wurde bereits 1994 gelegt. In diesem Jahr erließ die Regierung des Landes ein Gesetz, das es Tierärzten verbietet, entsprechende Präparate zu verkaufen. In Dänemark werden seit Jahren keine Reserveantibiotika wie Cephalosporine der dritten und vierten Generation, Fluorchinolone und Polymyxine eingesetzt. Diese Antibiotika sollten nicht in der Nutztierhaltung zum Einsatz kommen, um die Bildung von Resistenzen zu vermeiden.

Mit Blick auf die kommenden Jahre hat sich die Branche noch einiges mehr vorgenommen. So sollen zum Beispiel bis 2030 rund 60 Prozent der Gülle aus der Schweineproduktion in Biogasanlagen verwertet werden. Im Jahr 2050 sollen sich Schweine in allen Stallabschnitten stets frei bewegen können und ab 2032 wollen 90% der dänischen Schweine ungekürzte Schwänze haben und ab 2050 gilt dies für 100% der Schweine. Das heißt konkret: Das Kupieren der Schwänze ist dann absolut passé.