Foto: Dansk Protein Innovation

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Soja-Alternativen auf der Spur

Heimisches Pflanzeneiweiß soll in Dänemark künftig importiertes Soja in der Tierfütterung weitestgehend ersetzen. Die Branche treibt entsprechende Entwicklungen mit Hochdruck voran.

Das Thema Nachhaltigkeit steht auch in der Corona-Pandemie ganz oben auf der Agenda der dänischen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Und das aus gutem Grund: Die Branche will nämlich im Jahr 2050 Nahrungsmittel ausnahmslos klimaneutral erzeugen. Bis zum Jahr 2025 will man zudem ausschließlich Soja für die Fütterung landwirtschaftlicher Nutztiere einsetzen, das aus verantwortungsvoller und nachhaltiger Erzeugung stammt. Heißt konkret: Der Soja-Anbau darf dann nur noch auf Flächen erfolgen, auf denen zuvor keine Wälder gerodet wurden. Um sich noch unabhängiger von Sojaimporten zu machen, forciert die dänische Landwirtschaft seit geraumer Zeit den Anbau von heimischen Eiweißpflanzen.

Grasproteine haben Potenzial
In der Kooperation „Danish Protein Innovation“ arbeiten zum Beispiel führende Hersteller von Futtermitteln und Lebensmitteln gemeinsam mit Forschungseinrichtungen an der Entwicklung nachhaltiger Proteine. „Wir setzen da an, wo das Potenzial groß ist und die Forschung bereits große Fortschritte gemacht hat, und zwar bei der Produktion von Pflanzeneiweiß – in erster Linie aus Gras – zur Verwendung als Futtermittel”, erklärt Lars Hvidtfeldt, der die Partnerschaft als Vertreter des Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft leitet. Apropos Grasprotein: Untersuchungen der Universität Aarhus haben ergeben, dass Grasproteinkonzentrat mit einem Eiweißgehalt von rund 50 Prozent – was dem Wert von Sojaschrot entspricht – Sojaprotein zum großen Teil ersetzen kann, ohne dass das Wachstum der landwirtschaftlichen Nutztiere bzw. die Eierproduktion beeinträchtigt werden. Übrigens leisten Wiesen, auf denen Gräser für die Proteinproduktion wachsen, auch einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, weil sie Stickstoff besser absorbieren und assimilieren als Getreide- bzw. Maisfelder. In der nächsten Ausgabe des Newsletters berichten wir über zwei aussichtsreiche dänische Forschungsprojekte zu Soja-Alternativen.

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