Foto: Dänischer Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft

Wie Schweinefleisch die Jugend erobert

Möglichkeiten, die sich im Hinblick auf den Schweinefleischkonsum der Nachwuchskonsumenten eröffnen

Die Essgewohnheiten und Nahrungsmittelpräferenzen junger Konsumenten entwickeln sich im Einklang mit ihren Lebensbedingungen und gesellschaftlichen Veränderungen. Zur Beleuchtung dieser Entwicklung hat der Dänische Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft eine umfangreiche Untersuchung in Auftrag gegeben, die sich primär auf nordische Verbraucher bezieht, aber sicher auch für andere Märkte von Interesse sein könnte.

Die untersuchte Zielgruppe strukturiert ihre Mahlzeiten nicht nach der Fleischsorte und auch nicht nach einem festen Schema. Wichtig ist einfache Zubereitung, was aber nicht mit geringer Qualität oder weitgehender Verarbeitung gleichzusetzen ist. Schnelle Fleischgerichte können auch auf besonders schmackhaften und mehr oder weniger servierfertigen Teilstücken bzw. Fleisch- und Wurstwaren als eine Art Tapas oder Snack basieren.

Junge Konsumenten werden vielfach von denselben Strömungen beeinflusst wie ältere Menschen. Dies gilt u.a. für das generell erhöhte Interesse an Essen und Ernährung, das Neugier und Experimentierfreude weckt. Viele Jugendliche denken dabei auch an ihre Gesundheit, nicht nur im Sinne der Inhaltsstoffe, sondern auch mit Blick auf die Herkunft und Qualität. Umwelt-, Klima- und Tierschutz spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle. Bewegungen für mehr Tierwohl, gegen Plastik oder Nahrungsmittelverschwendung führen zur Suche nach Produkten und Unternehmen, die einem ein gutes Gewissen vermitteln. Mancher mag meinen, Jugendliche hätten mehr Freizeit, aber sie haben klare Prioritäten, wie sie ihre Zeit und ihr Geld optimal nutzen.

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Foto: Dänischer Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft

Die große weite Welt ist näher gerückt. Besonders Jugendliche probieren gern Neues aus und integrieren es in ihren Alltag. Ihre Erlebnis- und Abenteuerlust bezieht sich auch auf Nahrungsmittel.

Der Klimaschutz hat bei Jugendlichen auch mit Blick auf Fleisch und Ernährung einen hohen Stellenwert. Der Fokus liegt auf Tierwohl und Herkunft sowie Distanzierung von mangelhaften Produktionsbedingungen. In puncto Erlebnisvielfalt sind Jugendliche verwöhnt. Sie genießen mit allen Sinnen und holen sich Inspiration aus den sozialen Medien. Neben Matcha & Co. interessieren sie sich zunehmend auch für traditionelle Gerichte. ‚Omas‘ Küche vermittelt in einer mitunter chaotischen Welt ebenso Sicherheit und Geborgenheit wie der vertraute Weihnachtsschmaus.

Obwohl ein Teil der Jugend nicht gerade viel Fleisch isst und Schweinefleisch – vielleicht bis auf Bacon, Schinken, Krustenbraten, Würstchen oder Frikadellen – nicht unbedingt zur täglichen Kost zählt, haben innovative Produkte auf diesem Gebiet durchaus Chancen bei jugendlichen Zielgruppen – um nur einige Beispiele zu nennen: Mariniertes Schweinefleisch für asiatische Gerichte – schmackhaftes Schweinefleisch für Poké Bowl – klimafreundliche Foie gras vom Schwein mit Blattgold – Fleisch vom Schwarzfußschwein oder Tieren anderer fantastischer Schweinerassen, die es überall auf der Welt noch gibt – neue Bacon-Formate oder Bacon à la Parmaschinken – es fehlt wahrlich nicht an Möglichkeiten.

Ob traditionell, speziell, nah oder weit hergeholt – für Jugendliche kann alles interessant sein. Vermutlich verzehren sie weniger Fleisch – aber sie interessieren sich für neue Teilstücke und Zubereitungen, neue und alte Rassen bzw. Produkte für ungewöhnliche Gerichte – unterstützt durch interessante Kommunikation zur Qualität, Herkunft und Geschichte der Tiere und Produkte. Jugendliche lassen sich vorrangig vom sozialen Umfeld inspirieren – von Menschen, Unternehmen, Marken – über die sozialen Medien, wo auch die neuen und spannenden Fleischgerichte in Erscheinung treten müssen, um von der Jugend entdeckt zu werden. Gleichzeitig gilt es, das Image von Schweinefleisch spannender und gesünder sowie ‚sexy‘ zu gestalten – als ein Nahrungsmittel, das man guten Gewissens genießen kann.



Der Artikel basiert auf einer umfassenden Analyse der Soziologin Eva Steensig, Steensig Partners, im Auftrag des Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft.

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