Highlights vom Schweinekongress

Wegen der Corona-Pandemie wurde der normalerweise über zwei Tage in Herning stattfindende Schweinekongress diesmal im virtuellen Raum veranstaltet. Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.

Corona hat unser Miteinander in vielerlei Hinsicht auf den Kopf gestellt. So ging der Schweinekongress, auf dem sich die dänische Schweinebranche normalerweise alljährlich in einer zweitägigen Präsenzveranstaltung zum Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie zur Bestandsaufnahme trifft, diesmal digital über die Bühne. Hier eine kurze Zusammenfassung der behandelten Themen:

Kreativität und Zusammenhalt
Krisen bringen in aller Regel auch Positives mit sich. So erleben wir dieses Jahr ein Gemeinschaftsgefühl und einen Zusammenhalt, wie wir es seit Jahren nicht gesehen haben. In vielen Bereichen blüht die Kreativität – auch in der Landwirtschaft, wie Erik Larsen, Vorsitzender des Sektor-Vorstands Schweineproduktion im Dänischen Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft, in seinem Jahresbericht hervorhob.

Neben Corona ist der Klimaschutz weltweit sowie nicht zuletzt in Dänemark ein ganz zentrales Thema. Er ist und bleibt eine wichtige Aufgabe. Daneben gilt es, die Produktion effizient und rentabel zu gestalten, um die Weltbevölkerung ernähren zu können. Dies erfordert innovative Lösungen, damit wir mit weniger mehr erreichen können. Die dänische Schweinebranche will – sowohl beim Klimaschutz als auch in puncto Nachhaltigkeit – Teil der Lösung sein.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit
So soll in der dänischen Landwirtschaft spätestens 2025 nur noch Soja aus unabhängig verifiziert nachhaltiger und rodungsfreier Produktion verfüttert werden – ein Ziel, dessen Einhaltung in die DANISH Zertifizierung integriert wird. Das stufenweise zu erreichende Ziel sei, so Erik Larsen, ein Schritt in die richtige Richtung, könne aber nicht alleine stehen. Die Politik – in der EU und weltweit – sei gefordert, sich für eine nachhaltige Sojaproduktion stark zu machen. Daneben werde man die Erforschung alternativer Proteinquellen weiter vorantreiben. Ob man Soja zu 100 % ersetzen könne, sei aber zweifelhaft.

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Einen wichtigen Lösungsansatz bilden Zuchtfortschritte. Die ständige Optimierung der Futtereffizienz liefert hier signifikante Verbesserungen in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Auf diesem Gebiet erzielt die dänische Schweinebranche seit Jahren bedeutsame Erfolge – nicht nur im Sinne von Klimaschutz und Nachhaltigkeit, sondern auch in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit.

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Um diese Entwicklung weiter zu intensivieren, hat die Branche in Zusammenarbeit mit der Universität Aarhus und Danish Crown das IT-Tool Pork 4.0 entwickelt, das die Erfassung der tatsächlichen CO2-Emissionen pro kg Zuwachs bzw. pro Schlachtschwein auf Betriebsebene ermöglicht und so ständigen Überblick gewährt.

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Preisentwicklung und Exporterwartungen
Die gesamte europäische Schweineproduktion und damit auch die Rohwarenpreise waren dieses Jahr durch starke Schwankungen geprägt. Als Anfang 2020 insbesondere China für steigende Preise sorgte, konnte niemand ahnen, dass der Kilopreis innerhalb von drei Monaten halbiert werden würde. Gleichzeitig herrscht einige Unsicherheit in Bezug auf die kommende Entwicklung bei den Exporten.