Foto: Dänischer Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft

COVID-19: Werte wie Verbraucher im Wandel?

Corona hat bereits viele gesellschaftliche Änderungen hervorgerufen. Wie wird die Krise das Verbraucherverhalten beeinflussen?

COVID-19 beeinflusst die ganze Welt – nicht zuletzt auch Europa. Als Analyseleiter im Dänischen Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft befasst sich Per Vesterbæk mit dem weltweiten Verbraucherverhalten. In diesem Beitrag kommentiert er die mit COVID-19 einhergehenden Änderungen im dänischen Verbraucherverhalten. Das britische Trendforschungsinstitut WGSN (stand ursprünglich für Worth Global Style Network) hat im Wertewandel durch die Corona-Krise sechs interessante Entwicklungen identifiziert.

”Obwohl die Gesellschaft vielerorts allmählich wieder aus dem Lockdown erwacht, haben viele Menschen weiterhin einen vom Gewohnten abweichenden Alltag: Homeoffice, schulfreie Kinder, eingeschränkter Kontakt mit Freunden und Familienangehörigen etc. Dies wird vermutlich auch die Einstellung zu Nahrungsmitteln und die Konsumgewohnheiten beeinflussen. Vermutlich wird man sich auf bewährte Lösungen besinnen, die allen im Haushalt zusagen. Nach dem Motto ‚Back to basics‘ setzt man auf bekannte und vertraute Marken, Hersteller und Kategorien, deren Verzehr Geborgenheit vermittelt und Sicherheit bietet. Gleichzeitig erleben wir eine Polarisierung. In den sozialen Medien wimmelt es von Fitness und gesunder Ernährung. Dass wir mehr zuhause sind, kann ganz neue Gewohnheiten mit sich bringen”, erklärt Per Vesterbæk.

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Werte im Wandel
Das britische Trendforschungsinstitut WGSN hat sich mit dem aktuellen Wertewandel auseinandergesetzt und eine Reihe von Observationen zum Einfluss der Corona-Krise auf die Präferenzen und Entscheidungen der Konsumenten zusammengetragen.

• Beschleunigte Digitalisierung
Digitale Dienste werden zunehmend direkte menschliche Kontakte ersetzen, die als unnötig empfunden werden.

• Möglichst lokal oder regional
Aus gesellschaftlicher Verantwortung heraus favorisieren Konsumenten zunehmend Firmen vor Ort – insbesondere solche, die unter der Corona-Krise gelitten haben bzw. leiden.

• Gemeinschaftsbildung
Verbraucher sind motiviert, im Dialog mit lokalen bzw. regionalen Betrieben den Abstand zwischen Konsum auf der einen sowie Erzeugung, Vertrieb etc. auf der anderen Seite zu reduzieren.

• Transparenz
Gütesiegel, Zertifikate, Lebensmittelsicherheit sowie Qualität und Herkunft der Nahrungsmittel spielen eine zunehmende Rolle. Die Konsumenten legen mehr Wert auf vertrauenswürdige Produkte.

• Wohltätigkeit als Währung
Das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein, verleiht Produkten Mehrwert. Viele Konsumenten bevorzugen und belohnen Marken, die sich im Einklang mit den Wertvorstellungen ihrer Kunden engagieren.

• Sicherheit und Geborgenheit
Die Konsumenten suchen Orte auf, wo sie der Wirklichkeit entfliehen, es sich gemütlich machen und sich wohlfühlen können.

Quelle: ”Coronavirus: Global Change Accelerators”, WGSN
(Der Bericht ist nicht öffentlich zugänglich, daher kein Link, Per Vesterbæk)