Fortschritte beim Ausphasen von Zink als Arznei

Bei den Maßnahmen, die Ferkeldurchfall ohne Einsatz von Zinkoxid eindämmen sollen, werden weiterhin Fortschritte erzielt. Das SEGES Pig Research Centre hat soeben ein Update des 2. Aktionsprogramms vorgenommen. Ziel ist nach wie vor, dass der Verzicht auf Zinkoxid das Tierwohl, den Antibiotikaverbrauch und die Produktivität möglichst wenig beeinträchtigen soll.

Bis zum Verbot von Zinkoxid als Arzneimittel in der europäischen Schweineproduktion sind es nur noch knapp zwei Jahre. Entsprechend konzentriert arbeitet das SEGES Pig Research Centre im Dänischen Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft an der Entwicklung von spätestens 2022 zur Verfügung stehenden Alternativen zum Einsatz von Zinkoxid.

Das erste Aktionsprogramm mit sieben konkreten Lösungsansätzen zur Reduktion des Einsatzes von Zink als Mittel gegen Ferkeldurchfall sowie als Futtermittelzusatz in der Mast hatte SEGES bereits 2016 aufgelegt.

Im März 2018 folgte das 2. Aktionsprogramm, das nun in einer Reihe von Punkten auf den aktuellen Stand gebracht wurde. Ziel ist der Verzicht auf Zink als Arznei für Absetzferkel nach folgenden Vorgaben:

  • Keine negativen Auswirkungen auf das Tierwohl
  • Weiterhin niedriger und verantwortungsvoller Antibiotika-Einsatz
  • Minimale Beeinträchtigung der Produktivität und Sterblichkeit
  • Begrenzung wirtschaftlicher Nachteile durch niedrigere Produktivität, Mehraufwand in der Betreuung und Behandlung sowie erhöhte Behandlungs- und Futtermittelkosten auf ein Minimum.

Forschung für 110 Mio. DKK
Ein beachtlicher Forschungsaufwand soll dies sicherstellen. Das SEGES Pig Research Centre ist derzeit an Projekten beteiligt, die zusammen ein Budget von 110 Mio. DKK (rund 15 Mio. EUR) ausmachen. Die Mittel stammen teils von den Schweineproduzenten, teils von Stiftungen, Unternehmen, Universitäten etc. Bei allen Vorhaben bringt das SEGES Pig Research Centre zentrale Kompetenzen in die vorbildliche Kooperation mit Universitäten, Unternehmen und Landwirten ein.

Auslaufmodell Zink als Arznei in der Schweineproduktion – was und warum?

  • Alle Lebewesen brauchen Zink, um sich gesund entwickeln und wachsen zu können. Schweine erhalten das Mineral als für eine ganze Reihe von physiologischen Prozessen notwendigen Futtermittelzusatz.
  • Absetzferkel bekommen Zink als Arznei gegen den beim Übergang von flüssiger zu fester Nahrung auftretenden Durchfall.
  • Die Herausforderung besteht darin, dass Zink- ebenso wie Antibiotikagaben in einigen Fällen Resistenzen erzeugen können.
  • Darüber hinaus könnten hohe Zinkkonzentrationen auf Anbauflächen in Zukunft Umweltprobleme hervorrufen.
  • Im Juni 2017 beschloss die EU-Kommission ein Verbot von Zink als Arznei für Absetzferkel ab Juni 2022.
  • Dies geschah auf der Grundlage der möglichen Umweltprobleme.
  • Das SEGES Pig Research Centre erforscht Möglichkeiten, Ferkeldurchfall ohne Einsatz von Zink zu behandeln.


Mehr über einige der vielfältigen Projekte zu Zink-Alternativen erfahren Sie hier:

Lama-Protein in dänischen Schweineställen?

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