Klimawandel erfordert internationale Lösungen

Anfang August erschien ein Bericht des Weltklimarats IPCC zum Thema Climate Change and Land. Das vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ins Leben gerufene Intergovernmental Panel on Climate Change kommt zu dem Schluss, dass die Erderwärmung nur durch Umstellung der globalen Nahrungsmittelproduktion zu bremsen ist. Im folgenden Artikel erfahren Sie die Stellungnahme des Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft.

Der Dänische Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft tritt seit Jahren für eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion ein. Die diesbezügliche Vision des Verbands sieht vor, dass die dänische Nahrungsmittelproduktion spätestens 2050 klimaneutral sein soll:

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„Der IPCC-Bericht hat erneute Diskussionen zur Zukunft der Fleischproduktion ausgelöst. Auch wir sind der Meinung, dass die Fleischproduktion noch effizienter und nachhaltiger werden muss, halten eine teilweise oder gar komplette Einstellung aber nicht für zukunftsfähig”, erklärt Anne Lawaetz Arhnung, CEO des Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft.

Laut Prognose der Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung bis 2050 um ca. 30 % auf rund 10 Mrd. Menschen ansteigen, die alle ernährt sein wollen. Gleichzeitig wächst die globale Mittelklasse. Erfahrungsgemäß dürfte damit nicht nur die Nachfrage nach pflanzlichen Nahrungsmitteln, sondern auch die nach Fleisch, Milchprodukten, Eiern etc. ansteigen.

Anne Lawaetz Arhnung: „Folglich müssen wir die Nahrungsmittelproduktion weiter optimieren. In Dänemark haben wir schon einiges erreicht. Zum Beispiel mit unserer ’Klimakuh’. Während man andernorts weiter nach Milch- und Fleischproduktion trennt, liefern unsere Klimakühe sowohl Milch als auch Fleisch von hoher Qualität. Aus Häuten werden Lederprodukte, aus Blut Arzneimittel, aus Fleischresten Futter und aus Panseninhalt Biogas. Derzeit arbeiten wir an Futterzusätzen, die Methan-Emissionen markant reduzieren, sowie an ’Dunsthauben’, die Methan zur Energieerzeugung bereitstellen.“

Die globale Herausforderung besteht darin, beide Probleme zu lösen: den steigenden Nahrungsmittelbedarf und den Klimawandel.

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Mit Blick auf Nachhaltigkeit und Klimawandel zählt die dänische Land- & Ernährungswirtschaft zu den effizientesten Erzeugern. Produktionseinschränkungen in einem Land, das so stark auf den Klimaschutz fokussiert, wären kontraproduktiv. Dänemarks wichtigster Beitrag dürfte darin bestehen, noch mehr als bisher in die Forschung zu investieren, in neue Verfahren und Technologien, um möglichst schnell neue Wege zur klimaneutralen Nahrungsmittelproduktion zu finden.

„Wir sind auf dem besten Weg, aber noch nicht am Ziel. Unsere Vision von klimaneutraler Produktion bestimmt die Richtung und alles, was wir unternehmen”, so Anne Lawaetz Arhnung.

Jüngst präsentierte der Dänische Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft gemeinsam mit Danmarks Tekniske Universitet und Aarhus Universitet der dänischen Öffentlichkeit einen komplett neuen Ansatz zum Klimaschutz. Mit Hilfe dieser SkyClean-Technologie sollen die Klimagasemissionen der Landwirtschaft um 50 % gesenkt und zugleich klimaneutrales Flugbenzin erzeugt werden können. Die Weiterentwicklung zur Marktreife erfordert Investitionen in Höhe von 400 Mio. DKK (rund 54 Mio. EUR).

Anne Lawaetz Arhnung: „Wir erzeugen Nahrungsmittel von Weltruf, und das werden wir auch in Zukunft tun – sowohl für Veganer und Vegetarier als auch für die vielen Menschen, die Fleisch essen. Gleichzeitig werden wir unsere Lösungen zur Eindämmung des globalen Klimawandels beisteuern.”