Afrikanische Schweinepest und Handelsstreit erhöhen Nachfrage

Nachfrage und Preise von Schweinefleisch erleben aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und des Handelsstreits zwischen USA und China einen deutlichen Aufschwung. Auch der dramatische Rückgang der chinesischen Schweineproduktion treibt die Nachfrage in die Höhe.

Seit Juni 2019 sind die chinesischen Schweinefleischpreise stark gestiegen – in der Zeit vom 10. Juni bis 31. Juli um mehr als 3 DKK auf 18 DKK pro kg Lebendgewicht.

„Im Vergleich zum Jahresanfang 2019 liegt der Preisanstieg bei 5 DKK und im Vergleich zum Vorjahr bei 6 DKK. Allerdings bleiben wir derzeit noch unter dem Rekordniveau von 2016”, erklärt Karsten Flemin, Marktanalytiker im Dänischen Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft.

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Schweinemangel
Wegen hoher Schlachtzahlen und niedriger Nachfrage hatten sich die Preise im Frühjahr zunächst stabil gehalten. Anfang Juni zogen sie dann markant an. In jüngster Zeit scheint nun der Mangel an Schlachtschweinen voll durchzuschlagen.

Nach Angaben der niederländischen Rabobank sind die chinesischen Schweinebestände im vergangenen Jahr um 40 % geschrumpft, nach offiziellen chinesischen Angaben um 25 %. Dies hat die chinesische Nachfrage nach dänischem bzw. europäischem Schweinefleisch beflügelt, eine Entwicklung, die allem Anschein nach anhalten wird.

Handelsstreit mit USA
Neben dem Mangel an einheimischem Nachschub spielt auch der Handelsstreit mit den USA eine Rolle, da die China-Exporte US-amerikanischer und kanadischer Erzeuger derzeit eingeschränkt sind.

Karsten Flemin: „In Europa rechnen wir mit weiter steigenden Schweinefleischpreisen. Die starke Nachfrage aus China dürfte die Preise auf hohem Niveau stabilisieren.“

Während die USA und Kanada ihre Schweinefleischprodukte aller Wahrscheinlichkeit nach auf anderen asiatischen Märkten absetzen werden, dürften die Chinesen nicht nur ihre Importe aus Europa steigern, sondern auch aus beispielsweise Argentinien und Brasilien.

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ASP-Ausbrüche in Osteuropa
In Europa bereitet die ASP weiterhin Probleme. Im Juli erhöhte die Slowakei die Zahl der von ASP bedrohten europäischen Länder auf 10. Jüngst wurde von einem Ausbruch in Serbien berichtet, wo vier kleinere Bestände in der Nähe von Belgrad betroffen waren.

In Bulgarien waren einige größere Bestände betroffen. Bulgarien hat – wie Rumänien – viele Kleinbetriebe, weshalb das Risiko einer unkontrollierten Ausbreitung der Seuche hoch ist. In Polen hat es im Laufe des Sommers ebenfalls mehrere Fälle in großen Schweinebeständen gegeben.