Foto: DAFC

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Fokus auf Tierwohl, Umwelt, Klima – und den Markt

Auf solider Grundlage verstärkt die dänische Schweinebranche nun den Fokus auf die anstehenden Herausforderungen.

Hohe Priorität haben in den kommenden Jahren vor allem das Wohl und die Gesundheit der Tiere sowie der Umwelt- und Klimaschutz. Bei der Tiergesundheit ist u.a. auch die weitere Senkung des Antibiotikaverbrauchs ein zentrales Thema. Im Klimaschutz geht es vor allem um die Reduktion von Treibhausgasemissionen.

Tierschutz
Die Ferkelkastration hat in Dänemark seit 1. Januar 2019 stets unter Lokalanästhesie zu erfolgen. Weitere Fokusbereiche sind Versuche und Lösungen zur Einstellung des Schwanzkupierens sowie die Erhöhung der Ferkelüberlebensrate. Die Freilaufhaltung von Sauen soll nochmals ausgebaut werden, so dass sie durch entsprechende Neuentwicklungen in absehbarer Zeit für sämtliche Sauen umgesetzt werden kann.

‚Gesunde Tiere mit einem Minimum an Arzneimitteln‘ lautet seit Jahren die Devise der dänischen Schweineproduzenten. So beträgt der Arzneimittelverbrauch in der dänischen Nutztierproduktion, von der rund 85 % auf die Schweinebranche entfallen, weniger als ein Drittel des EU-Durchschnitts. Vor allem der Antibiotikaverbrauch konnte immer wieder reduziert und soll weiter gesenkt werden.

Marktseitig hat das staatliche Tierwohlsiegel ‚Bedre Dyrevelfærd‘ (Besseres Tierwohl) beachtliche Erfolge gebracht. Es erfreut sich hoher Bekanntheit, Beliebtheit und Vertrauenswürdigkeit und dürfte weitere marktgetriebene Verbesserungen des Tierwohls auslösen.

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Umwelt- und Klimaschutz
Die auf die Produktionsmenge bezogene Umweltwirkung konnte seit Mitte der 80er Jahre um rund 50 % gesenkt werden. Futtereffizienz ist ein zentrales Zuchtziel, und Futtermittel stammen zunehmend aus einheimischem Anbau. Eine neue Kooperation zur nachhaltigen Eiweißversorgung erforscht die Erzeugung von konzentriertem Pflanzeneiweiß aus in erster Linie Gras – als Futter für Schweine und Geflügel.

Ammoniakemissionen wurden seit 1990 bei um 50 % gesteigerter Schweineproduktion um ca. 40 % reduziert und sollen bis 2020 unter Einsatz innovativer Technologien nochmals signifikant gesenkt werden. Auch bei den Phosphoremissionen betritt die Schweinebranche mit Forschungsvorhaben des SEGES Pig Research Centre zur Senkung des Phosphorgehalts von Futtermitteln Neuland.

Nachhaltigkeit als Absatzparameter
„Unseres Erachtens dürfte sich die Nachhaltigkeit von Nahrungsmitteln – einschließlich Tierwohl – zu einem der weltweit wichtigsten Wettbewerbsparameter entwickeln. Auch aus diesem Grund arbeiten wir an entsprechenden Vorgaben und Prüfsystemen für die gesamte Produktionskette“, erklärt Christian Fink Hansen, Sektordirektor im SEGES Pig Research Centre des Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft.

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