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Pionierin der antibiotikafreien Aufzucht

Die dänische Landwirtin Stine Mikkelsen macht sich ihre beruflichen Erfahrungen als Krankenschwester auf ihrem Betrieb in Sachen Tiergesundheit zunutze. Als Teilnehmerin am Pilotprojekt zur antibiotikafreien Aufzucht von Schweinen war sie eine der ersten Produzenten in Dänemark, die auf Antibiotika in der Schweineaufzucht verzichten.

17. September 2018

Auf der dänischen Ostseeinsel Bornholm bewirtschaftet Stine Mikkelsen gemeinsam mit ihrem Mann John einen landwirtschaftlichen Betrieb, der seit 400 Jahren im Besitz der Familie ist. 1993 übernahm die Dänin den Hof, um die Familientradition weiterzuführen. Stine arbeitete damals als Krankenschwester, John als Schmied. Heute leitet das Ehepaar einen Betrieb mit 500 Sauen. Jährlich werden rund 14.500 Ferkel aufgezogen, von denen 5.500 gemästet und die übrigen an zwei feste Abnehmer verkauft werden. Die Landwirte liefern an Danish Crown und sind von Beginn an Teilnehmer des Pilotprojektes zur antibiotikafreien Aufzucht von Schweinen.

Herausforderungen meistern
Nach dem Start der antibiotikafreien Aufzucht 2014 folgten 2015 ein Versuchsjahr und 2016 die systematische Eingliederung in die Sonderproduktionskonzepte. Die erfolgreiche Durchführung der antibiotikafreien Aufzucht stellt besondere Herausforderungen. „Wir dürfen weder tierische Fette noch Blut- oder Fischprodukte verfüttern. Der komplette Verzicht auf Fischmehl ist eine Herausforderung, für die wir aber eine gute Lösung gefunden haben”, berichtet Mikkelsen. Beim Abferkeln spielt die Stallhygiene eine zentrale Rolle. Hier setzen die Erzeuger unter anderem auf Kartoffelmehl und Stalosan (Desinfektionsmittel), die in die Buchten eingestreut werden.

Relevante Impfungen sind ein weiterer Schlüssel für ein Maximum an Tiergesundheit. Insbesondere Gelenkentzündungen stellen eine Herausforderung in der antibiotikafreien Aufzucht dar, da diese normalerweise mit Antibiotika behandelt werden müssen. „Wir konnten die bei unseren Tieren für Gelenkentzündungen verantwortlichen Bakterien identifizieren und haben daraufhin einen wirksamen Impfstoff entwickeln lassen. Dies reduziert den Antibiotika-Behandlungsbedarf wesentlich und wirkt sich auch positiv auf Nabelbruch-Vorkommen aus.

Noch mehr dänische Schweine sollen ohne Antibiotika aufwachsen 

Konsequenter Seuchenschutz
„Seuchenschutz ist in der antibiotikafreien Schweineaufzucht ebenfalls ein Schlüssel zum Erfolg (…) und Hygiene ist in diesem Metier bekanntlich das A und O“, so Stine Mikkelsen. Der Betrieb hält sich an strenge Hygienemaßnahmen. Beispielsweise sind kompletter Kleidungswechsel und Desinfizieren der Hände, sowie extra Stiefel und Geräte pro Stallabschnitt ein Muss. Bei der Behandlung von Ferkeln im Abferkelstall sind zwischen jeder Gruppe Schutzhandschuhe und Kanülen zu wechseln.

Der Driver zum Erfolg
Stine Mikkelsen arbeitet schon seit Jahren daran, den Einsatz von Medikamenten in ihrem Betrieb weitestgehend zu reduzieren und ist von dem Projekt begeistert.

„An Veränderungen mitzuwirken, ein First Mover zu sein, das ist mir wichtig. Können wir uns als Pioniere dieser neuen Produktionsform auf dem Gebiet einen Vorsprung verschaffen, wäre das optimal”, meint die Landwirtin.

Hier erfahren Sie mehr über die antibiotikafreie Aufzucht

WISSENSWERT

Wissensbasierte Umstellung auf antibiotikafreie Schweinemast in Dänemark

Hinter dem GOA-Projekt (Gezüchtet ohne Antibiotika) stehen der Schlachtkonzern Danish Crown, die Technical University of Denmark (DTU), die Universität Kopenhagen (KU), das Statens Serum Institut (SSI), sowie das SEGES Pig Research Centre im Dänischen Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft. Über das Grüne Entwicklungs- und DemonstrationsProgramm (GUDP) des dänischen Umwelt- und Lebensmittelministeriums wurden dem Projekt 12,5 Mio. DKK zugeführt. Das gesamte Budget umfasst 15,5 Mio. DKK (€1,67 Mio.).

Absatz und Entwicklung
Dänemark hat den Antibiotikaverbrauch in Schweineställen um rund 25 % im Vergleich zu 2009 gesenkt.

Der Absatz von Fleisch aus der antibiotikafreien Schweineaufzucht in Dänemark wächst langsam aber stetig. Die neueste Initiative ist der Verkauf vom Frischfleisch der Spezialproduktion von Danish Crown in rund 500 Netto Geschäften ab KW 35.

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