Wir benutzen Cookies

Unsere Cookies dienen statistischen Zwecken sowie zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit.

Trend: Individuell nach Wunsch und Maß

Nordeuropäische Konsumenten wenden sich zunehmend von standardisierter Massenware ab. Gefragt sind auf persönliche Bedürfnisse und Vorlieben abgestimmte Angebote. Für Fleischprodukte beinhaltet dieser Trend zum Anderen und Neuen sowohl Chancen als auch Risiken.

1. Oktober 2018

Auf den individuellen Bedarf zugeschnittene Lebensmittelprodukte gehören zu den Trends, die 2018 im Kommen sind.
Infos zu allen Trends finden Sie hier.

Viele Konsumenten haben von in großen Serien bzw. Mengen einheitlich bereitgestellten Produkten und Dienstleistungen ‚die Nase voll’. Unpersönliche Einheitsprodukte werden zunehmend kritisiert, weil sie individuelle Präferenzen unzureichend berücksichtigen. Die Nachfrage nach individualisierten Lösungen steigt. Dies bezieht sich sowohl auf die Qualität als auch auf die Quantität, die gesunde Ernährung wie die Vermeidung von Abfällen.

Laut Konsumsoziologin Nina Preus vom Dänischen Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft ging dieser Trend ursprünglich von dem Wunsch nach gesunder Lebensweise aus. Zu der Frage, was gesund ist und was nicht, gibt es vielfältige Antworten, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Ess- und Konsumgewohnheiten.

Nina Preus: „Die Wissenschaft fokussiert mehr und mehr auf die Erkenntnis, dass nicht alle Lösungen für alle Menschen gleich gut sind. Die Konsumenten beherzigen dies und gehen eigene Wege auf der Suche nach dem gesunden Leben. Im Internet finden sie jede Menge Anregungen für individuelle Lösungen.”

Webshops fördern mit ihrem vielfältigen Angebot den Trend zu ‚maßgeschneiderten’ Produkten und Lösungen, die der persönlichen Auffassung von gesunder Ernährung entsprechen. Umso wichtiger ist es, dass alle Akteure der Nahrungsmittelbranche ein hohes Maß an Flexibilität in ihre Pläne und Konzepte integrieren.

„Wenn immer mehr Menschen ihren eigenen Gesundheitsbegriff entwickeln, bekommen die Vielfalt von Produkten und Packungsgrößen sowie individuell gestaltbare Angebote umso größere Bedeutung. Daran muss sich die gesamte Wertschöpfungskette messen und ausrichten – von den Erzeugern über den LEH bis hin zur Gastronomie”, erklärt Nina Preus.

Lesen Sie auch: Was bedeuten die aktuellen Trends für die Fleischbranche?

Im Take-Away-Geschäft erscheint dieser Trend beispielhaft: Viele Kunden schätzen die Möglichkeit, Zutaten und Mengen individuell gestalten zu können. Einheitsportionen, die alle Kunden über einen Kamm scheren, wecken Irritation sowie den Wunsch nach individuell anpassbaren Portionen.

Einige Restaurants berücksichtigen bereits die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, Vorlieben und Bedürfnisse ihrer Kunden. Als Beispiel nennt Nina Preus die Hamburger-Kette Halifax, deren Kunden sowohl die Größe als auch die Art des Steaks bestimmen können: Hackfleisch, Käse oder Pilze. Auch bei Brötchen und Dressing stehen mehrere Varianten zur Auswahl. Darüber hinaus kann man seinen Burger beispielsweise durch Spiegelei oder Guacamole veredeln lassen.

Dies, so Nina Preus, stellt für Fleisch nicht nur eine Herausforderung dar, es eröffnet auch neue Möglichkeiten: „Wenn das klassische Burger-Steak ebenfalls schmackhafte Konkurrenz zum gleichen Preis bekommt, wird der Fleischanteil beim Burger-Absatz vermutlich sinken. Andererseits steht Fleisch – gerade wenn wir auswärts essen – nach wie vor für besonderen Genuss, weshalb wir in der Gastronomie keinen Trend zu einem Rückgang des Fleischverzehrs beobachten können. Schließlich können sich die Konsumenten ja auch für ein größeres Hacksteak entscheiden.”