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Wie ernähren wir uns nachhaltig?

Natürlich müssen wir die Erde, unseren Lebensraum, schützen. Aber auch die Menschheit hat Anspruch auf ein Leben in der Zukunft. Welche Ernährungskonzepte sichern beides?

8. November 2018

Nachhaltigkeit beschäftigt aus gutem Grund immer mehr Konsumenten. Nur durch nachhaltiges Denken und Handeln können wir die Zukunft auf unserem Planeten lebenswert gestalten. Dies gilt für alle Bereiche: Transport, Konsum, Energieverbrauch, Umwelt- und Klimaschutz … und auch für unser Essen. Bei der Beurteilung von Nachhaltigkeit gilt es sowohl die Erde, unseren Lebensraum, als auch ihre Lebewesen zu berücksichtigen.

 

Das ’Livewell for Life’-Projekt* hat die wirtschaftlichen, gesundheitlichen, kulturellen und klimatischen Aspekte einer nachhaltigen Ernährung untersucht. Obige Grafik erläutert die Ergebnisse: Links die britische Durchschnittskost im Jahr 2000 – rechts die Empfehlungen für eine nachhaltige Ernährung.

Nachhaltige Ernährung in Großbritannien
WWF-UK und die Universität Aberdeen haben unter der Überschrift ’LiveWell for Life’ untersucht, wie die Briten sich ernähren bzw. mit Blick auf klimatische, gesundheitliche, wirtschaftliche und kulturelle Nachhaltigkeit ernähren sollten. Obige Grafik zeigt links die Zusammensetzung der britischen Durchschnittskost im Jahr 2000. Um sie nachhaltiger zu gestalten, müssten die Briten gemäß der ’LiveWell’-Untersuchung vor allem mehr Obst und Gemüse essen, aber auch mehr Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln etc. Der Fleischverzehr müsste ebenso reduziert werden wie der von Zucker und Fett. Bei Molkereiprodukten sollte man den bisherigen Konsum beibehalten, da diese, so die Studie, eine Reihe von Nährstoffen enthalten, die durch andere Nahrungsmitteln nur schwer in ausreichendem Maße zugeführt werden können. Letzteres gilt natürlich für so gut wie alle tierischen Nahrungsmittel, neben Milchprodukten in erster Linie Fleisch, Eier, Fisch und Meeresfrüchte. Kühe liefern nach beendeter Milchproduktion zudem Fleisch, Leder, Biogas etc.

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Globale Perspektive
Auf globaler Ebene sind bei der Definition von gesunder und nachhaltiger Ernährung große klimatische, kulturelle und wirtschaftliche Unterschiede zu berücksichtigen. FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, definiert nachhaltige Ernährung ganzheitlich über ausreichende, sichere und gesunde Nährstoffversorgung, respektvollen Umweltschutz sowie Einklang mit der Kultur und den finanziellen Möglichkeiten der Menschen**. Neben Umwelt- und Klimaschutz geht es beim Thema Nachhaltigkeit auch um die Möglichkeiten und Bedingungen der Nahrungsmittelproduktion, sichere Ernährung, Kultur und Essgewohnheiten sowie Ökonomie.

Kost und Klima im Gleichgewicht
Im Vergleich zu China und den USA fokussiert Europa stärker auf den Klimaschutz. Dies hängt u.a. mit der wirtschaftlichen Stabilität und dem großen Nahrungsmittelangebot zusammen, welche eine gesunde und sichere Verpflegung im Einklang mit den kulturellen und finanziellen Voraussetzungen der Konsumenten erleichtern.

Jegliche Nahrungsmittelproduktion beeinflusst auch das Klima. Dies gilt insbesondere für die Nutztierproduktion, deren Erzeugnisse aber lebenswichtige Nährstoffe enthalten, die bei pflanzlichen Lebensmitteln nicht im gleichen Maße verfügbar sind.

Wer sich das notwendige Wissen aneignet, kann tierische Nahrungsmittel durch pflanzliche ersetzen. Allerdings ist es auf diesem Wege schwieriger, die optimale Versorgung mit allen Nährstoffen zu gewährleisten.

Nachhaltigkeit für Menschen
Mit der Rettung der Erde allein ist es nicht getan – auch ihre Bewohner wollen geschützt und versorgt sein.

 * Macdiarmid et al. 2011. Livewell: A balance of healthy and sustainable food choices. WWF-UK & Rowett Institute of Nutrition and Health, University of Aberdeen

** Sustainable diets are protective and respectful of biodiversity and ecosystems, culturally acceptable, accessible, economically fair and affordable, nutritionally adequate, safe and healthy; while optimising natural and human resources. (Burlingame et al. 2010, FAO)