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Internationales Forschungszentrum zur Antibiotikaresistenz entsteht in Dänemark

Es war ein wichtiger Schritt für die internationalen Bestrebungen zur Lösung des Antibiotikaresistenz-Problems, als die dänische Gesundheitsministerin ihre Unterschrift unter den Vertrag zur Einrichtung eines internationalen Forschungszentrums in Dänemark zur Antibiotikaresistenz setzte. Mit der Zeit sollen 400-500 Personen eingestellt werden.

6. Dezember 2018

Antibiotikaresistenzen zählen weltweit zu den größten Bedrohungen der Volksgesundheit. In Europa sterben derzeit jährlich rund 33 000 Menschen an den Folgen von Infektionen mit resistenten Erregern. Nach Hochrechnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden an resistenten Keimen 2025 mit weltweit 10 Mio. Todesfällen mehr Menschen sterben als an Krebs.

Globale Kooperation entscheidend
Die Gesundheitsministerin Ellen Trane Nørby äußerte, dass ”Antibiotikaresistenzen eine enorme gesellschaftliche Herausforderung darstellen, die wir nur durch internationale Zusammenarbeit in den Griff bekommen werden. Ich bin stolz, dass man sich als Standort des neuen Forschungszentrums für Dänemark entschieden hat.”
Umwelt- und Lebensmittelminister Jakob Ellemann-Jensen meint, dass ”resistente Bakterien keine Grenzen kennen. Dänemark genießt internationale Anerkennung für seine Arbeit zur Antibiotikaresistenz bei Mensch und Tier. Durch das neue Forschungszentrum wird unser Land noch attraktiver für Spitzenforscher, die an der Bewältigung dieser Herausforderung arbeiten.”

Anerkennung für die Landwirtschaft
Martin Merrild, Vorsitzender des Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft, sieht in dem geplanten Forschungszentrum auch eine Anerkennung der von den dänischen Landwirten durchgeführten Maßnahmen zur Senkung des Antibiotikaverbrauchs in der Nutztierhaltung:

”Durch ständig verbesserte Vorbeugung und Behandlung konnten wir den Antibiotikaverbrauch immer weiter reduzieren. Kranke Tiere haben natürlich weiterhin Anspruch auf effiziente Behandlung.”

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International verankert
Der nun unterzeichnete Vertrag ist das Ergebnis langer und gründlicher Diskussionen und Verhandlungen mit u.a. der Weltbank. Das Forschungszentrum soll teils ganzheitliche Perspektiven entwickeln und aufzeigen, teils Länder mit niedrigem bzw. mittlerem Durchschnittseinkommen beraten, wie sie auf der Grundlage des interdisziplinären WHO-Ansatzes One Health Antibiotikaresistenzen bekämpfen können.

Der Vertrag beinhaltet eine Absichtserklärung der beteiligten dänischen Ministerien sowie der Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR). Die weiteren Einzelheiten sollen im Dialog mit der Weltbank und der CGIAR System Organization geklärt werden. An der Bildung des Forschungszentrums sind neben führenden dänischen Forschungseinrichtungen eine Reihe von internationalen Forschungseinrichtungen und anderen relevanten Organisationen beteiligt.

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