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Antibiotikaverbrauch der dänischen Schweinebranche um gut 25 % reduziert

Die dänische Landwirtschaft setzt Antibiotika in vergleichsweise niedrigen Mengen ein. In der Schweineproduktion konnte der Verbrauch seit 2009 um ein Viertel gesenkt werden. Illegale Arzneimittel werden nicht verwendet. Allerdings müssen die Erzeugerbetriebe die Erfassung von verabreichten Medikamenten noch weiter verbessern, heißt es in einer Pressemitteilung des Veterinär- und Lebensmitteldirektorats zum Abschlussbericht für das Jahr 2017.

2. Mai 2018

Der Antibiotikaverbrauch der dänischen Schweineproduktion liegt generell unter dem anderer bedeutender Erzeugerländer. Seit 2009 konnten die dänischen Schweineproduzenten ihren Verbrauch um gut 25 % senken. Das Veterinär- und Lebensmitteldirektorat konnte weder illegale Importe von Medikamenten noch Antibiotika-Rückstände in Schlachtschweinen feststellen. Die tägliche Erfassung der eingesetzten Arzneimittel muss jedoch noch stringenter gehandhabt werden.

Laut SEGES Pig Research Centre ist die Senkung des Antibiotikaverbrauchs das Ergebnis harter und zielstrebiger Arbeit:

„Die gute Gesundheitsvorsorge unserer Schweineproduzenten sowie ihre erfolgreiche Vorbeugung von Infektionen und anderen Krankheiten haben wohl den größten Anteil am Erfolg. Aber wir haben uns – in Zusammenarbeit mit Tierärzten und Forschern – auch einen gewissen Vorsprung in der möglichst vorsichtigen und effizienten Anwendung von Arzneimitteln erarbeitet“, erklärt Christian Fink Hansen, Leiter Schweineproduktion im SEGES Pig Research Centre des Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft.

Mit der laut Kontrollbericht verbesserungsfähigen Erfassung von Arzneimittelgaben ist Christian Fink Hansen dagegen alles andere als zufrieden. Bei 16 % der Kontrollbesuche in insgesamt 250 Betrieben wurden Mängel festgestellt und Sanktionen verhängt, größtenteils, so das Veterinär- und Lebensmitteldirektorat in seiner Pressemitteilung, wegen mangelhafter Erfassung von Arzneimittelgaben.

Christian Fink Hansen: „Da müssen wir noch nachbessern. Die überwiegende Mehrheit unserer Landwirte hält sich zwar vorbildlich an die Regeln, Ziel muss jedoch die hundertprozentige Einhaltung sein.”

Laut Christian Fink Hansen hat das SEGES Pig Research Centre – neben mehreren Forschungsvorhaben zur weiteren Senkung des Antibiotikaverbrauchs – bereits Schulungsmaterialien sowie neue Lehrgänge im Gesundheitsmanagement einschließlich Erfassung von Arzneimittelgaben entwickelt.

„Die Lehrgänge laufen seit Januar. Auf dem Hintergrund des Kontrollberichts werden wir unser Konzept nochmals mit Blick auf den Informationsbedarf und weitere Maßnahmen überarbeiten”, so der Leiter Schweineproduktion im SEGES Pig Research Centre.

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Lebensmittelsicherheit auf hohem Niveau
Christian Fink Hansen betont, dass die bei den Kontrollbesuchen festgestellten Abweichungen keinerlei Risiko für die Lebensmittelsicherheit beinhalten: „Die Erfassung von Arzneimittelgaben soll in erster Linie Arzneimittelrückstände in Schlachtschweinen verhindern. Hier bestätigt der Kontrollbericht des Veterinär- und Lebensmitteldirektorats seit Jahren, dass derartige Rückstände so gut wie nie vorkommen.“

„Auch in dieser Hinsicht stellt der Genuss von dänischem Schweinefleisch also keinerlei Gesundheitsrisiko dar. Wir liefern Fleisch von höchster Qualität und Lebensmittelsicherheit. Dies wissen unsere Abnehmer und Konsumenten in aller Welt seit vielen Jahren zu schätzen“, erklärt der Leiter Schweineproduktion im SEGES Pig Research Centre des Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft.

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In Dänemark dürfen Tierärzte Arzneimittel nur verschreiben, während der Verkauf Apotheken vorbehalten ist. Die Apotheken melden alle Lieferungen von verschreibungspflichtigen Tierarzneimitteln an die zentrale Datenbank VetStat.

Sämtliche Schweineproduzenten haben Gesundheitsberatungsvereinbarungen, die u.a. regelmäßige Kontrollbesuche durch einen Tierarzt beinhalten. Bei diesen Besuchen wird auch die vom Erzeugerbetrieb täglich vorzunehmende Erfassung der eingesetzten Arzneimittel kontrolliert und abgestimmt.