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Erprobung von Probiotika zur Vorbeugung von Durchfallerkrankungen bei Schweinen

Das SEGES Pig Research Centre bewertet laufend die Wirkung von Alternativen zur Behandlung mit Zink oder Antibiotika. Antibiotikafreie Schweinehaltung hatte einen guten Start. Nun sollen speziell entwickelte natürliche Probiotika als Vorbeugemaßnahmen erprobt werden.

12. Juni 2017

Die Versuche zur vorbeugenden Behandlung von Durchfallerkrankungen mit neuartigen Probiotika werden in Zusammenarbeit mit dem Bioscience-Unternehmen Chr. Hansen durchgeführt.

”Da wir in neuen Arten von Probiotika interessante Perspektiven sehen, arbeiten wir mit der Chr. Hansen A/S zusammen, die viel versprechende Fortschritte in der gezielten Entwicklung von Probiotika für die Behandlung von Durchfallerkrankungen bei Schweinen gemacht hat”, erklärt Tierarzt Poul Bækbo vom SEGES Pig Research Centre.

Vorbeugung kann Tierwohl steigern
Poul Bækbo: ”Falls die Erprobung positiv verläuft, wird uns das Produkt mindestens zwei Vorteile bringen. Einerseits erhöhte Produktivität, da Krankheiten, Gedeihstörungen und Todesfälle vermieden werden. Darüber hinaus können wir den Einsatz von Zink und Antibiotika reduzieren.”
Das Absetzen der Ferkel stellt in vielen Betrieben eine besondere Herausforderung dar. Oft lassen sich Durchfallerkrankungen mit schlimmstenfalls tödlichem Ausgang nur durch Zink- bzw. Antibiotikagaben vermeiden.

”Probiotika bestehen aus ‚guten‘ Bakterien. Sie erhöhen sowohl die Darmgesundheit als auch die Futtereffizienz. Unsere Erprobung erfasst deshalb in erster Linie die Wirkung von Probiotika auf die Gesundheit und die Produktivität”, erklärt Poul Bækbo.

Die Erprobung läuft Mitte 2017 an und endet im Laufe des kommenden Jahres.

Antibiotikafreie Schweineproduktion
Seit geraumer Zeit verzeichnet die Branche eine stetig steigende Nachfrage nach Schweinefleisch, das von Tieren stammt, die während der Aufzuchtphase und in der Mast nicht mit Antibiotika behandelt wurden. Deshalb hat das SEGES Pig Research Centre im Dänischen Fachverband der Land- und Ernährungswirtschaft gemeinsam mit dem genossenschaftlich organisierten Schlachtkonzern Danish Crown Anfang 2015 ein Pilotprojekt zur garantiert antibiotikafreien Produktion von Schweinefleisch auf den Weg gebracht. Mittlerweile nehmen an dem umfangreichen Programm 25 dänische Ferkelerzeuger und Schweinemäster teil. In den Betrieben sind die Arbeitsabläufe klar definiert. Besonderes Augenmerk legen die Landwirte auf die Reinigung und Desinfektion, um einen höchstmöglichen Hygienestatus zu erreichen. Ganz ohne Antibiotika erfordert Schweinehaltung einen erheblich höheren Zeitaufwand und flexible Mitarbeiter, die sich permanent um das betriebliche Management kümmern. Diese Form der Fleischerzeugung ist aber auch deshalb kostenintensiver, weil die Tiere ungleichmäßiger wachsen.

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