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1, 2 oder 3 Tierwohl-Herzen für dänische Konsumenten

Das neue dänische Tierwohlsiegel kennzeichnet Schweinefleisch je nach Haltungsbedingungen mit 1-3 Herzen. Die ersten Produzenten äußern sich zufrieden mit der Einstufung nach Tierschutzniveau.

12. Juni 2017

2013 nahm Landwirt Niels Aage Arve seine neuen Stallungen für die durchgängige Gruppen- bzw. Freilaufhaltung aller Sauen in Betrieb. Den damit verbundenen Mehraufwand an Kapital- und Betriebskosten muss er selbst erwirtschaften. Nun bekommt er Schützenhilfe. Das neue staatliche Tierwohlsiegel erleichtert dänischen Konsumenten die Wahl von Produkten aus besonders vorbildlicher Schweinehaltung. So können die Verbraucher das Tierschutzniveau durch ihr Kaufverhalten beeinflussen. Und die durch mehr Tierschutz entstehenden Mehrkosten werden von den Konsumenten mitgetragen.

Ferkelerzeuger Niels Aage Arve. Foto: Seges Pig Research Centre

Herzen von Herzen
Niels Aage Arve, der in Jütland nördlich von Aarhus Ferkel produziert, wünscht sich seit langem, dass andere sich an den Kosten verbesserter Haltungsbedingungen beteiligen. Auch aus diesem Grund begrüßt er das Tierwohlsiegel:

”Seit der Umstellung auf Freilaufhaltung aller Sauen im Neubau von 2013 habe ich auf so etwas wie das Tierwohlsiegel gewartet. Damals wussten wir ja noch nicht, ob wir für unseren Mehraufwand überhaupt einen Mehrpreis erzielen würden”, erklärt Niels Aage Arve, dessen Produktion für die niedrigste Tierwohlstufe zertifiziert ist. Er hofft, dass die Kennzeichnung mit 1-3 Herzen den Konsumenten ein besseres Verständnis des Zusammenhangs zwischen Preis und Tierschutz vermitteln wird.

Nicht frei von Herausforderungen
Im Betriebsalltag hat die Umstellung laut Niels Aage Arve einige Änderungen und Herausforderungen mit sich gebracht: ”Im Oktober 2016 haben wir die Schwanzkupierung komplett eingestellt. Dies erforderte mehr Platz und mehr Stroh. So haben wir 700 Strohraufen aufgestellt, die täglich beschickt werden müssen.“

Die Mehrarbeit erfordert die Aufstockung des 8-Mann-Teams um einen Mitarbeiter. Mit 1.325 Sauen produziert der Betrieb rund 44.000 Ferkel im Jahr.
Niels Aage Arve: ”Um Ferkel mit unversehrten Schwänzen produzieren zu können, müssen wir den Tieren mehr Platz geben, weshalb wir wiederum mehr Ferkel mit 7 kg verkaufen müssen. Aber wir haben alles rechtzeitig geplant und voll im Griff.”

Zwei und drei Herzen

Schweineproduzent Mikael Nielsen. Foto: Seges Pig Research Centre

Zufrieden äußert sich auch Michael Nielsen, der nördlich von Kopenhagen zwei Produktionen betreibt: Ein 850-Sauen-Bestand produziert jährlich 27.000 Ferkel in einer Nischenproduktion der Marke ANTONIUS®, und ein Bio-Betrieb mit 200 Sauen etwa 4000 Ferkel, von denen Michael Nielsen ein Drittel im eigenen Betrieb mästet.

”Ich finde es gut, dass die Verbraucher Einfluss darauf haben, was und wie wir produzieren”, sagt Michael Nielsen, der seit vielen Jahren höherpreisige Antonius-Schweine produziert, die beim neuen Tierwohlsiegel zwei Herzen erhalten, während seine Bio-Schweine drei Herzen bekommen.

Information an der Kühltheke
Um die drei Stufen des Tierwohlsiegels verinnerlichen zu können, brauchen die Verbraucher entsprechende Angaben vor Ort, an der Kühltheke, findet Michael Nielsen:

”Was man in den Medien und der Werbung hört und sieht, hat man beim Einkauf nicht immer voll auf Lager. Wollen wir den Konsumenten optimale Entscheidungshilfen geben, müssen wir sie an der Kühltheke informieren. Neue Siegel haben es immer schwer, aber ich hoffe, dass die Konsumenten unsere Initiative unterstützen und mit dazu beitragen, den Schutz und das Wohl unserer Tiere weiter zu verbessern.“

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