Wir benutzen Cookies

Unsere Cookies dienen statistischen Zwecken sowie zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit.

8 Verbraucher- und Lebensmitteltrends 2017

Volle Transparenz und glaubwürdige Geschichten zählen für die Land- & Ernährungswirtschaft zu den wichtigsten Trends im laufenden Jahr. Auch Nachhaltigkeitsaspekte spielen bei Kaufentscheidungen eine zunehmende Rolle.

27. Februar 2017

Fachinfo Schwein wird sich in den kommenden Monaten intensiv mit aktuellen Konsumtrends befassen. Den Anfang macht unser Überblick über die 8 zentralen Aspekte, die wir in den folgenden Ausgaben ausführlich behandeln werden.

#1 Zurück zur Quelle: Transparenz von A bis Z
Angesichts des stetigen Stroms vielfältiger und zum Teil widersprüchlicher Informationen ist es für die Verbraucher schwierig, den Überblick zu bewahren. Auch Medienberichte über Lebensmittelskandale in nah und fern tragen dazu bei, dass mehr oder weniger verunsicherte Konsumenten stets höhere Anforderungen an die Qualität und Sicherheit von Nahrungsmitteln stellen. Sie wollen Inhalt und Herkunft ihrer Nahrungsmittel kennen. Volle Transparenz ist gefragt – was drinnen ist, wo und wie es produziert wurde etc. Auf dem Hintergrund dieses geschärften Bewusstseins gewinnen klare und glaubwürdige Herkunftsangaben und Schilderungen des Wegs vom Landwirt bis zur Ladentheke entscheidende Bedeutung.

Erzeuger und Einzelhandel müssen den Verbraucherwunsch nach Transparenz berücksichtigen, indem sie ehrlich über Inhalt, Herkunft und Produktionsform informieren, am besten auch in persönlichen Gesprächen wie wir sie von Marktständen oder Delikatessenläden kennen. Der persönliche Eindruck auf Augenhöhe mit Produzenten vermittelt Verbrauchern Vertrauen in die Lebensmittelqualität.

#2 Saubere Nahrung: So naturbelassen wie möglich
Im Anschluss an volle Transparenz finden wir den Wunsch nach ’echter Ware’. Echte Nahrungsmittel sind naturnah und nährstoffreich – im Einklang mit der Natur. Wir wollen uns gesund ernähren. Sind auf der Suche nach ‚weniger verarbeiteten‘ Nahrungsmitteln, die wir als authentischer und naturbelassener erleben. Komplexe Produktionsverfahren erscheinen uns unverständlich, minderwertig und weniger attraktiv.

Für Laien ist es schwer, den Nährwert und eventuelle Langzeitfolgen unbekannter Zutaten zu beurteilen. Daraus entspringt die Forderung nach kurzen, allgemein verständlichen Angaben sowie Zutaten, die man auch in der eigenen Küche verwendet.

#3 Frei von: Reinheit an der Grenze des Natürlichen
Aus dem Wunsch nach Transparenz und sauberer Nahrung heraus interessieren sich stets mehr Konsumenten für Produkte, die als ’frei von’ unerwünschten Zutaten beworben werden. Hier möchte man über die kurze Zutatenliste hinaus sicher gehen, dass die Ware nichts enthält, was man als weniger gesund oder gar schädlich betrachtet.

#4 Alles mit Maß und Ziel: Ganzheitliche Gesundheit
Während der vorherrschende Zeitgeist auf gesunde Lebensweise durch viel Bewegung und maßvollen Verzehr von Getränken und Nahrungsmitteln im Einklang mit diversen Diäten oder Ernährungsphilosophien abzielt, beobachten wir derzeit den Beginn einer Gegenbewegung, wo man alles etwas lockerer angeht. Ihre Verfechter haben es satt, ständig unter Druck von außen zu stehen: Kalorien zählen, Liegestütze machen, Kilometer abspulen. Ihnen geht es eher darum, ein ausgewogenes Leben zu führen, mit Zeit zum Entspannen, für die Familie, Freizeiterlebnisse etc. Bei diesem holistischen Ansatz geht es gleichermaßen um mentale und körperliche Gesundheit und Wohlbefinden.

Genuss und Lebensqualität werden in der Gesundheitsdebatte sicher an Bedeutung gewinnen. Ein Beispiel ist der zunehmende Stellenwert von schmackhaften Lebensmitteln, die ein gutes Sättigungsgefühl ergeben, an Stelle von fettreduzierter, vitamin- oder eiweißreicher Nahrung. Gesunde Ernährung ist abwechslungsreich und besteht aus natürlichen Zutaten. Mahlzeiten sind Erlebnisse, die man gemeinsam genießt.

#5 Verantwortlich handeln: Gut fürs Gewissen
Die Produktionsbedingungen sowie Aspekte wie unfairer Wettbewerb, mangelhafter Umwelt- oder Tierschutz manifestieren sich zunehmend im Bewusstsein der Konsumenten. Man möchte die Entwicklung durch sein Konsumverhalten beeinflussen. Es geht auch darum, selbst ein gutes Gewissen zu haben, indem man Erzeuger und Einzelhändler dazu bringt, entsprechend Stellung zu beziehen und Verantwortung zu zeigen.

Bio-Produkte haben in den vergangenen Jahren kräftig zugelegt. Ihre Beliebtheit erklärt sich vor allem dadurch, dass ökologische Produktion mit einer Reihe von wichtigen Verbraucherwünschen positiv im Einklang steht: Saubere Nahrung, ohne unerwünschte Bestandteile bzw. Zusätze, Umweltschutz, Tierwohl etc.

#6 Nachhaltigkeit: Ausgewogene Bilanz
Verantwortungsbewusster Konsum wird sich auch auf Aspekte der Nachhaltigkeit ausweiten. Beispielsweise im Umgang mit Ressourcen, Minimierung von Abfällen, Verpackungen oder Umweltbelastungen, bei erneuerbaren Energien, Tierschutz etc. Die Verbraucher fordern Verantwortlichkeit von Erzeugern und Einzelhändlern sowie Erklärungen, wie man die Nachhaltigkeit von Nahrungsmitteln durch Forschung und Innovation verbessern will. Nachhaltigkeit ist kein statisches Ziel, sondern kontinuierliches Streben nach Verfahren, die Umwelt, Klima, Tier und Mensch möglichst wenig beeinträchtigen. Dazu gehören u.a. auch die Minimierung von Nahrungsabfällen oder der Transport von Nahrungsmitteln über große Entfernungen.

#7 Flexitarier auf dem Vormarsch: Herausforderung fürs Fleisch
Die Frage, wie wir unseren Eiweißbedarf decken, beantwortet sich zunehmend so, dass die Position von Fleisch als Hauptbestandteil warmer Gerichte ins Wanken gerät. Immer mehr Menschen legen fleischfreie Tage ein oder verzichten ganz auf Fleisch im Mittagessen.

Häufigstes Argument für die Reduzierung des Fleischkonsums ist die Gesundheit. Auf Platz 2 erscheint Geldersparnis, gefolgt von Klimaschutz und Tierschutz. Einsparungen beim Lebensmitteleinkauf zielen nicht unbedingt auf insgesamt reduzierte Ausgaben ab, sondern auch auf weniger Quantität zugunsten von mehr Qualität, mehr Tierwohl, mehr Bio.

#8 Foodies for ever: Entdecker und Nerds
Ein wachsendes Segment sind die so genannten Foodies, denen es um die Erforschung und Herausforderung der eigenen Geschmackserlebnisse geht. Neben asiatischen, südamerikanischen, afrikanischen oder nahöstlichen Küchen sind auch alte Küchentraditionen Gegenstand erhöhten Interesses, wobei der Zubereitung aus frischen Zutaten besonderer Wert beigemessen wird. Verfahren wie Fermentieren oder Beizen gehören ebenfalls zu diesem Trend, der natürliche Reinheit und sorgfältig ausgewählte Zutaten mit blühender Fantasie und Kreativität vereint.

Lesen Sie mehr:

Top 5 Food-Trends 2017
Aktuelle Trends im Fleischkonsum

Zur Analyse